Die Pädagogischen Lesungen der ehemaligen DDR: Werkzeuge der Herrschaftsstabilisierung oder Instrumente zur Steigerung der Unterrichtsqualität?

Karolin Gloy (Dissertationsprojekt)

Da aufgrund der Nähe von Geschichtsdidaktik und Zeitgeschichte auch der Hintergrund der Pädagogischen Lesungen in Form der sozio-politischen Indoktrination des SED-Staates nicht außer Acht gelassen werden kann, besteht ein Fokus des geschichtsdidaktischen Promotionsvorhabens darin, die Pädagogischen Lesungen in ihrer Entwicklung und politischen Intention zu beleuchten, um Grenzen und Freiräume im damals bestehenden Schulsystem mithilfe der Lesungen und anderer zeitgenössischer Schriften/Materialien, u.a. des Bundesarchives, aufzuzeigen.

Durch die Verwendung der Lesungen als beispielhafte Materialien in der Weiterbildung der Lehrer stellen dahingehend die Rahmenbedingungen des DDR-Geschichtsunterrichts und der Weiterbildung als auch geschichtsdidaktische Neuerungen einenweiteren Aspekt im Forschungsprojekt dar, wobei nicht nur fächerbezogen vorgegangen, sondern auch ein kontrastiverBezug zur Deutschdidaktik hergestellt wird. Welche Neuerungen dabei eine große Rolle spielten und vielleicht bereits Vorreiterpositionen in Bezug auf die heutige Geschichtsdidaktik einnahmen, wird dabei ebenso systematisch untersucht.  

Mithilfe der direkten Arbeit am Quellenmaterial soll somit ein klareres Bild des Geschichtsunterrichts zu DDR-Zeiten geschaffen werden, das trotz des politischen Kontextes neue Blickwinkel auf die damalige Didaktik ermöglicht.

Weiterführende Informationen finden Sie unter:

www.geschichte.uni-rostock.de/forschung/forschung/forschungsprojekte/die-paedagogischen-lesungen-der-ehemaligen-ddr/