Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen

Schriftenreihe - Neues & Archiv

aktuelle Ausgabe: 04/2019

Die ‚anderen Kinder‘ in der DDR – Zeitgenössische Quellen und literarische Texte als Quelle für die Illustration, Ergänzung und Relativierung der Diskussion zum Umgang mit geistig behinderten Kindern (Katja Koch & Kristina Koebe)

Der Beitrag umreißt zunächst den (institutionellen) Umgang mit geistig behinderten Kindern in der DDR und beschreibt die Entwicklung von 1945 bis 1989, indem er diesbezüglich relevante Handlungsebenen rekonstruiert und analysiert und die wechselseitige Bedingtheit der Teilsysteme beschreibt. Das sich  damit abzeichnende Bild wird durch die Alltagswirklichkeit betroffener Eltern und Professioneller, die in zeitgenössischen literarischen und nichtfiktionalen Texten und den Pädagogischen Lesungen beschrieben wird, illustriert, ergänzt und kontrastiert. Eine auf dieser Basis vollzogene Zusammenführung der verschiedenen Fach- und Alltagsdiskursebenen zeigt, dass die bisherige Diskussion zum Umgang mit geistig behinderten Menschen in der DDR um wesentliche Facetten erweitert und in einigen Teilen revidiert werden muss.

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ISSN 2627-9568

Archiv Schriftenreihe 2019
01/ 2019 Sozialistische Schule zwischen Anspruch und Wirklichkeit

01/ 2019 Sozialistische Schule zwischen Anspruch und Wirklichkeit - Die Pädagogischen Lesungen als ungehobener Schatz zur Erforschung von Unterricht in der DDR

Katja Koch, Kristina Koebe,Tilman von Brand, Oliver Plessow

Das Format Pädagogische Lesungen umfasst eine institutionalisierte Art des Erfahrungsaustausches von Pädagog*innen in allen Bereichen des DDR-Bildungswesens (Kindergarten, allgemeinbildende Schulen, Hilfsschulen, außerschulische Pädagogik). Dabei wird die schriftliche Niederlegung eigener Erfahrungen sowie innovativer Vorschlägen zur Gestaltung pädagogischer Prozesse ergänzt durch die öffentliche (Vor-)Lesung für ein Fachpublikum praktisch tätiger Pädagog*innen in großangelegten zentralen Weiterbildungsveranstaltungen.

Durch einen zentralistisch organisierten fachlichen Selektionsprozess gelangten zwischen 1955 und 1989 über die Pädagogischen Kreis- und Bezirkskabinette ca. 9500 ‚erfolgreiche‘ Lesungen bis zur Popularisierung und danach in die Pädagogische Zentralbibliothek im Haus des Lehrers Berlin. Der Bestand, der Lesungen aller Unterrichtsfächer ebenso umfasst wie jene zu allgemeinpädagogischen bzw. psychologischen Fragen, ist bis heute vollumfänglich erhalten.

Dieses Korpus stellt einen bildungshistorisch singulären Quellenbestand dar, der sich zur Analyse aus vielfältigen fachdidaktischen, bildungshistorischen und erziehungswissenschaftlichen Perspektiven anbietet. Dennoch sind Würdigung und wissenschaftliche Analyse des Quellenmaterials bis heute vollständig ausgeblieben.

Mit diesem Beitrag soll ein erster Schritt zur Analyse dieses in höchstem Maße originellen Quellenmaterials unternommen werden, indem zunächst das Format sowie dessen Entwicklung im Rahmen der DDR-Bildungspolitik kontextualisiert wird. Weiterhin werden die Kriterien, die an erfolgreiche Lesungen angelegt wurden, sowie der überlieferte Schriftverkehr im Kontext der Begutachtung einer ersten Betrachtung unterzogen, um hernach das Maß der administrativen sowie der bildungspolitischen Lenkung zum Verfassen und zur inhaltlichen Gestaltung zu umreißen. Im Ergebnis wird thesenhaft auf einige Potenziale verwiesen, die das Quellenmaterial hinsichtlich weiterer Forschungsperspektiven bietet.

02/ 2019 "Schöpferischer Umgang“ mit Lyrik im Unterricht der DDR: Methodische Vorschläge...

02/ 2019 "Schöpferischer Umgang“ mit Lyrik im Unterricht der DDR: Methodische Vorschläge in ausgewählten Pädagogischen Lesungen

Roberto Hübner

Ein aktiver und produktiver Umgang mit Texten im Literaturunterricht ist auch in der didaktisch-methodischen Fachliteratur der DDR gefordert worden. Doch wie ist ein Terminus wie der des Schöpfertums zu definieren und welche Konsequenzen ergaben sich daraus für den DDR-Unterricht? Ausgehend von einer ersten Begriffsbestimmung sollen hierzu exemplarisch ausgewählte Pädagogische Lesungen untersucht werden, die sich auf den Lyrikunterricht
beziehen.

03/ 2019 Reformpädagogik in der DDR – Eine kritische Betrachtung ... für Hilfsschulen

Reformpädagogik in der DDR – Eine kritische Betrachtung anhand der Pädagogischen Lesungen für Hilfsschulen

Katja Koch & Kristina Koebe

Sowohl im gesellschaftlichen Narrativ als auch in fachwissenschaftlichen Darstellungen wird das DDR-Bildungssystem als wenig fruchtbarer Boden für reformpädagogische Ansätze beschrieben. Bei genauerer Betrachtung bedarf diese Einschätzung jedoch mehrerer Korrekturen. Der Beitrag gibt zunächst einen kurzen Abriss der Entwicklungsphasen des DDR-Bildungssystems und skizziert differenziert das jeweilig vorherrschende Verhältnis zur Reformpädagogik. Dabei werden wesentliche Einflüsse reformpädagogischen Gedankengutes auf das DDR-Bildungssystem ebenso sichtbar wie deutliche Differenzlinien. Im zweiten Teil wird die pädagogische Praxis im DDR-Hilfsschulsystem anhand ausgewählter Pädagogischer Lesungen betrachtet.

04/ 2019 Die ‚anderen Kinder‘ in der DDR – Zeitgenössische Quellen und literarische Texte als Quelle

Die ‚anderen Kinder‘ in der DDR – Zeitgenössische Quellen und literarische Texte als Quelle für die Illustration, Ergänzung und Relativierung der Diskussion zum Umgang mit geistig behinderten Kindern

Katja Koch & Kristina Koebe

Der Beitrag umreißt zunächst den (institutionellen) Umgang mit geistig behinderten Kindern in der DDR und beschreibt die Entwicklung von 1945 bis 1989, indem er diesbezüglich relevante Handlungsebenen rekonstruiert und analysiert und die wechselseitige Bedingtheit der Teilsysteme beschreibt. Das sich  damit abzeichnende Bild wird durch die Alltagswirklichkeit betroffener Eltern und Professioneller, die in zeitgenössischen literarischen und nichtfiktionalen
Texten und den Pädagogischen Lesungen beschrieben wird, illustriert, ergänzt und kontrastiert. Eine auf dieser Basis vollzogene Zusammenführung der verschiedenen Fach- und Alltagsdiskursebenen zeigt, dass die bisherige Diskussion zum Umgang mit geistig behinderten Menschen in der DDR um wesentliche Facetten erweitert und in einigen Teilen revidiert werden muss.

aktuelle Sonderausgabe 3/2019

Zeitzeugen im Gespräch: Johanna-Ruth Kraft

Dipl. Päd., Studienrätin Johanna-Ruth Kraft, war zunächst Lehrerin und stellvertretende Direktorin an einer Polytechnischen Oberschule, später 1. Stellvertreterin des Kreisschulrates Bernau. 1978 wechselte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an die Akademie der Pädagogischen Wissenschaften (APW). Ende 1980 wurde sie Mitarbeiterin der Gewerkschaft Unterricht und Erziehung und dort mit dem Aufgabenbereich „Pädagogische Lesungen“ betraut, was die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der Zentralen Tage der Pädagogischen Lesungen mit einschloss.

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ISSN 2627-9568

Archiv Sonderhefte 2019
Zeitzeugen im Gespräch 01/2019: Prof. Dr. Frank Horn

01/ 2019 Zeitzeugen im Gespräch

Prof. Dr. Frank Horn

Prof. Dr. Frank Horn war von 1975 bis 1989 Mitglied der Zentralen Jury für Pädagogische Lesungen beim Zentralvorstand des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes der DDR. Beschäftigt in der Forschungsgruppe Biologie am Institut für mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterricht (IMN) an der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften (APW) in Berlin galt sein Augenmerk u.a. den Pädagogischen Lesungen für das Unterrichtsfach Biologie.

Zeitzeugen im Gespräch 02/2019: Ingrid und Peter Körner

02/ 2019 Zeitzeugen im Gespräch

Ingrid und Peter Körner

Ingrid Körner arbeitete in den 1980er Jahren als Fachberaterin für das Fach Deutsch in Rostock. Hierbei war sie für das Stadtgebiet Mitte und dort für die Betreuung von elf bis fünfzehn Schulen zuständig. Im Jahr 1984 verfasste Ingrid Körner eine eigene Pädagogische Lesung, die zunächst durch das Pädagogische Kreiskabinett zum Vortrag ausgewählt wurde. Die Rostocker Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen kam mit ihr und ihrem Mann, Peter Körner, seinerzeit Fachberater für das Fach Musik, ins Gespräch.

Zeitzeugen im Gespräch 03/2019: Johanna-Ruth Kraft

03/ 2019 Zeitzeugen im Gespräch

Johanna-Ruth Kraft

Dipl. Päd., Studienrätin Johanna-Ruth Kraft, war zunächst Lehrerin und stellvertretende Direktorin an einer Polytechnischen Oberschule, später 1. Stellvertreterin des Kreisschulrates Bernau. 1978 wechselte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an die Akademie der Pädagogischen Wissenschaften (APW). Ende 1980 wurde sie Mitarbeiterin der Gewerkschaft Unterricht und Erziehung und dort mit dem Aufgabenbereich „Pädagogische Lesungen“ betraut, was die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der Zentralen Tage der Pädagogischen Lesungen mit einschloss.